Basisgemeinde MCC-Hamburg0
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Abschied + Neubeginn

 

 

Zum Jahreswechsel 2020/21 geht unser langjähriger Pastor Thomas Friedhoff in den Ruhestand und Thomas Domröse tritt seinen Dienst als unser neuer Pastor an. Eigentlich hatten wir vor, den Abschied des einen und die Einführung des neuen Thomas im Januar und Februar zu feiern. Aber leider hat uns Corona auch durch diese Planung einen Strich gemacht. Wir hoffen, die Abschieds- und Einführungsfeier im April nachholen zu können. An dieser Stelle ein paar Gedanken des Gemeindevorstands und des scheidenden Pastors zum Übergang:

 

2020 - ein denkwürdiges Jahr

     

Kann es denn wirklich sein...

Es wurde fast lückenlos beherrscht von der Corona-Pandemie, die die ganze Welt im Würgegriff hat. Nach wie vor ist die Lage weltweit sehr schwierig.  

Und in diesem sowieso schon komplizierten Jahr standen in unserer Gemeinde zwei wichtige Entscheidungen an, die den Weg in die Zukunft ebnen sollten: Unser Umzug und der Wechsel in der Besetzung unserer PastorInnenstelle. Am Jahresende können wir stolz verkünden, dass wir den Umzug zur Frohbotschaftskirche bewältigt haben. Unsere neue Heimat in Dulsberg fühlt sich inzwischen gut an. Wir haben uns eingewöhnt, was durch die freundliche Aufnahme dort nachdrücklich unterstützt wurde. Nun steht das nächste Event von Bedeutung an: Zum 1. Januar 2021 vollziehen wir den Pastorenwechsel. Aus Thomas (Friedhoff) wird Thomas (Domröse). Zumindest, was den Vornamen angeht, müssen wir uns nicht umstellen.

Was wir ursprünglich geplant hatten, nämlich im Januar/Februar Thomas Friedhoff zu verabschieden und Thomas Domröse in sein neues Amt einzuführen, fiel leider auch der ungewissen Pandemie-Zukunft zum Opfer, die Termine mussten wir absagen. Im Moment beabsichtigen wir, die Verabschiedung des einen Thomas und die Einführung des anderen Thomas im Zeitraum Ende März/April 2021 durchzuführen. Angedacht ist aktuell das Wochenende 17./18.4.2021. Der genaue Termin und der Rahmen werden rechtzeitig bekanntgegeben.

Was aber das Virus nicht ändern kann, ist die Tatsache, dass der Pastorenwechsel zum 1. Januar 2021 stattfindet. Es ist traurig, dass wir das in dieser Zeit nicht der Bedeutung entsprechend angemessen feiern können. Der Wechsel findet ohne Feiereien statt, einfach so. Wir als Gemeindevorstand möchten es aber nicht „einfach so“ durchgehen lassen. 

Es ist jetzt die Zeit, dem aus dem Amt scheidenden Thomas den herzlichen Dank der Gemeinde auszusprechen. Thomas war es, der 1985 die „Basisgemeinschaft schwuler Christen“ initiierte und diese 1988 als „Basisgemeinde“ in den MCC-Weltverbund überführte. Da war dann nicht mehr nur von „schwul“ die Rede, sondern wir waren und sind Kirche für alle. Thomas war über all die Jahre der Motor für die Gemeinde, wusste immer pragmatischen Rat, half uns aus manchem Tal heraus und manches heftige Problem zu überwinden, bis heute. Wir sagen heute einfach schon einmal DANKE, lieber Thomas. Du wirst nicht mehr unser Pastor sein, aber weiterhin unser Freund, denn du wirst uns auch als verdienter Ruheständler treu bleiben. Alles andere würden wir auch nicht akzeptieren.

Und dann kommt zum 1. Januar der „andere“ Thomas. Nein, er ist schon da, hat sich in den letzten Monaten intensiv in die Gemeindebelange eingearbeitet und wird die pastoralen Aufgaben übernehmen. Thomas, wir haben wahrgenommen, dass dir die Gemeinde schon sehr am Herzen liegt. Wir freuen uns auf dich und auf die Zusammenarbeit mit dir zum Wohle der Gemeinde und unserer Aufgabe und unserer Verpflichtung als Gemeinde Jesu Christi. Wir wollen dich nach Kräften unterstützen und gemeinsam mit dir die MCC Hamburg in eine gute Zukunft führen. Deshalb sagen wir WILLKOMMEN, lieber Thomas, und alles Gute für dich und dein neues Amt. Glückauf und Gottes Segen!

Was sich aus beiden wichtigen Weichenstellungen, dem Ortswechsel und dem Pastorenwechsel, langfristig für uns ergibt, werden wir sehen. Wir danken Gott für die MCC-Jahre seit 1988 und freuen uns auf weitere gute Jahre und Entwicklungen in unserer Gemeinde.

Wir wünschen allen Mitgliedern, Freundinnen und Freunden ein erfolgreiches und gesundes Jahr 2021 und bei allem Gottes Segen, Beistand und Führung.

Der Vorstand der Basisgemeinde MCC-Hamburg

 

…dass es schon 35 Jahre her sein soll, als ich die „Schwule Christen-Gruppe“ im MHC gestartet habe? Kann gar nicht; denn ich kann mich da doch noch total genau dran erinnern, wie das damals war. Doch, es war im Mai 1985. Oder dass wir uns der MCC angeschlossen und das mit einem großen Gottesdienst gefeiert haben (dicker Artikel in der Szene-Hamburg: „Schwule beten abends“ oder die Bild-Zeitung: „Baptisten Pastor will Homokirche gründen“) - 32 Jahre her. Oder die erste internationale MCC-Konferenz außerhalb des englischsprachigen Raums, im Elsa-Brandström-Haus in Hamburg, das war 1992, als wir die durchgeführt haben. Das war doch, wo ich diese dermaßen zickige, amerika-unfreundliche Predigt gehalten habe, oder? Wo der extra aus den USA angereiste MCC-Älteste beinah die Contenanc verloren hätte. Nee, stimmt nicht, das war 6 Jahre später bei der Europa-Konferenz, die wir in Rissen veranstaltet haben. Und die Familientreffen in Marions Garten und die Sternschnuppen? Auch schon ewig her. Genau wie wir in regenbogenfarbenen Mönchs- und Mönchinnen-Kutten auf dem CSD. Oder wie wir aus der Büroetage am Steindamm unsere eigene Kirche gemacht haben und all die Wundergeschichten, die die Umbauarbeiten begleitet haben - 18 Jahre her. Oder unser 25-jähriges in der norwegischen Seemannskirche, oder unser 30-jähriges mit Frank Puckelwald. Oder, oder, oder…

   Du meine Güte. Aber wenn es so ist, dass man aus dem Stegreif 1001 Erinnerung produziert, also wenn der Opa ununterbrochen „Geschichten von früher“ erzählen kann (und das auch wirklich tut, wenn man ihn nicht stoppt), dann ist das wohl ein untrügliches Indiz dafür, dass so langsam der Ruhestand fällig ist. Irgendwann ist das einfach so, und nun bin ich damit dran.

   Aber eine Story habe ich noch: Wenn wir uns ans Ende 2019 erinnern. Da stand fest, dass unser Haus am Steindamm abgerissen werden sollte. Doch unsere monatelange Suche nach einem neuen Raum war aufwändig aber erfolglos geblieben. Und im Dezember hatten wir zu verdauen, dass die lange geplante Nachfolgeregelung für unsere PastorInnenstelle sich völlig überraschend erledigt hatte. Zum Jahreswechsel 2020 standen wir ziemlich deprimiert und perspektivlos im Regen. Heute, ein Jahr später sind wir in einen tollen neuen Raum in der Frohbotschaftskirche umgezogen, und wir haben mit Thomas Domröse einen neuen Pastor gefunden, auf dessen Dienstantritt am 1.1.21 wir uns sehr freuen. Vor lauter Corona-Murks droht das ein bisschen unterzugehen, dass wir 2020 mal wieder so eine MCC-Hamburg-Wundergeschichte erlebt haben. Wie sich aus einer Sackgasse ein hoffnungsvoller Weg in die Zukunft unserer Gemeinde eröffnet hat. Wieder so eine Geschichte, die der Opa mit in seine Anekdotensammlung aufnimmt.

   Und so kann der Ruhestand gern kommen; denn das hat doch was, nicht nur dass mein Anekdotenschatz weiter gewachsen ist, sondern dass wir mit dem neuen Raum und dem neuen Pastor an der Schwelle zu einer guten Zukunft unserer Gemeinde stehen. So geht man doch ausgesprochen frohgemut ins Rentnerdasein. Und ich freue mich schon darauf, die nächste Etappe der Zukunft der Gemeinde mitzuerleben und bin sehr gespannt, wie sich das dann nicht mehr als Pastor sondern als „normales Gemeindemitglied“ anfühlt. Ach, und sollte ich als Rentner mit zu viel „Geschichten von früher“ nerven, wäre ich dankbar für (seniorengerechte, sensible) Hinweise

   grüßt herzlich (und in Vorfreude auf das Abschieds- und Einführungsfest der beiden Thomasse im April) der Schon-so-gut-wie-Ruheständler 

P.Thomas Friedhoff  

 

 

 

 

 

 

 



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